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Endlosgeschichten Der freche kleine Wichtel Es war ein mal ein kleiner Wichtel, der sich gerne im
Märchenwald aufhielt. Er tobte durch das weiche Moos und spielte mit den
Blättern, die die Bäume von Zeit zu Zeit verloren, weil der Wind durch die Äste
pfiff. Der Wichtel war sehr klein und frech. Er ärgerte gerne auch andere
Wichtel und war daher oft alleine bei seinem Treiben. Er dachte sich immer nur:
"Ich brauche keine anderen Wichtel - ich kann auch so meinen Spaß
haben." Doch in Wirklichkeit überfiel ihn ab und zu trotzdem ein trauriges
Gefühl, das er jedoch schnell wieder beiseite schob.
Und sogleich machte sich die zarte Elfe auf den Weg, so dass der Wichtel Schwierigkeiten hatte ihr zu folgen...... Endlich wurde die Elfe ein wenig langsamer, so daß er sie einholte und schnaufend neben ihr stehenblieb. "Wohin wollen wir eigentlich!?", schimpfte er. Die Elfe drehte sich zu ihm um und breitete die Arme aus. "Was heißt hier wollen? Wir sind schon da. Sieh dich doch mal um!" Vor ihm öffnete sich eine große, grüne, Moos überdeckte Lichtung mit vielen kleinen Strohhütten. Es schien eine Wichtelsiedlung zu sein, da dort nur Wichtel zu sehen waren. Die Elfe schaute den Wichtel an und sagte: "So.... ich muss weiter, mach's gut" und war im selben Augenblick verschwunden. Der Wichtel hatte nicht einmal mehr Zeit ein Wort zu sagen. Der Wichtel fragte sich nun, ob es wohl doch noch andere Wichteldörfer gab und beschloss erst einmal zu beobachten. Er setzte sich ins Gebüsch und betrachtete eine ganze Weile das Treiben der Wichtel, bis er auf einmal eine Hand auf seiner Schulter spürte und wirbelte erschrocken herum. "Wer bist du?" fragte der kleine Wichtel noch ganz verdutzt. "Ich bin die kleine Fee des Dorfes und mein Name ist Savalia" antwortete die kleine Fee. "Was ist das hier für ein Dorf?" fragte der kleine Wichtel wieder. Und die Fee antwortete... "Mein Freund, du bist in den geheimsten Teil des Waldes gelangt. Hier leben alle Wichtel, die im Dorf der anderen Wichtel nicht willkommen sind." Verblüfft wandte der freche Wichtel seinen Blick wieder auf das Dorf. Es war viel größer als seines! "Wie kommt es dann, das hier viel mehr Wichtel leben als in dem anderen Wichteldorf?", fragte er die Fee. Und die Fee sagte: "Das kommt daher, daß sich in letzter Zeit immer mehr Wichtel unbeliebt machen. Und alle müssen sie früher oder später hierher kommen." Der freche Wichtel begann zu überlegen. Das klang gerade so, als wäre es eine Bestrafung, in dem größeren Dorf leben zu müssen. Die Wichtel, die er von seinem Busch aus beobachten konnte, sahen allerdings nicht so aus, als ob es sonderlich unangenehm wäre, in ihrem Dorf zu leben. Nachdem sie noch eine Weile gewartet hatte, damit er in Ruhe dem Treiben zusehen konnte, sagte die Fee: "Schau es dir ruhig mal aus der Nähe an. Sie wissen schon, daß du heute kommst." Der kleine Wichtel kroch hinter dem Gebüsch hervor und ging langsam auf das Dorf zu. Als ihn die ersten Wichtel erblickten blieben sie erst wie angewurzelt stehen und starrten ihn an. Doch das war sehr schnell vorbei und sie kamen ihn gleich mit offenen Armen begrüßen. Sie schienen sich ehrlich über Zuwachs im geheimen Wichteldorf zu freuen und einer meinte:"Schön, dass du hier bist, aber das bist du doch sicher auch nur, weil du deine Freunde immer geärgert hast, oder?" Der kleine Wichtel nickte und der andere sprach weiter:"Tja, dann wirst du hier deine wahre Freude haben, denn hier ärgern sich alle Wichtel gegenseitig!" Nachdenklich machte sich der Wichtel auf den Weg um das Dorf zu erkunden. Schließlich kam er an ein Bächlein mit einer kleinen Brücke, die zur anderen Uferseite führte. Am Ufer traf er drei kleine Wichtel. "Na, wer seid ihr denn?" fragt der Wichtel neugierig. " Ich bin neu hier". "Ah, du bist also der Neue", erwiederte einer von ihnen, so als ob sie ihn schon erwartet hätten, dann steckten die drei die Köpfe zusammen um etwas scheinbar geheimes miteinander zu bereden. "Hast du gewusst, dass es drüben auf der anderen Seite des Baches die größten und dicksten Beeren unseres Wichtellandes gibt?" spach der andere von ihnen. "Echt? Mm, ich liebe Beeren!" Meint ihr ich kann mir welche davon pflücken?" fragte der Wichtel. "Klar doch schau nur, da führt auch gleich eine Brücke hinüber", meinte der Dritte im Bunde. "Danke vielmals", bedankte sich der Wichtel höflich und eilte auch schon freudig davon. Als er jedoch über die Brücke rannte bemerkte er, dass sie sehr glatt war. Doch es war schon zu spät. Er rutschte aus und fiel kopfüber ins Wasser. Die drei Wichtel, die die Brücke mit Schmierseife eingerieben hatten fingen lauthals zu lachen an. Der Streich war ihnen gelungen..... Der kleine Wichtel tauchte hustend und spuckend wieder auf. Wütend- und triefend- wandte er sich den drei Spaßvögeln zu. Er wollte schon zu schimpfen anfangen, aber die drei wälzten sich bereits vor Lachen auf dem Boden und bekamen überhaupt nichts mehr mit. Verdutzt stand der Wichtel im Bach, während das Wasser träge zwischen seinen Beinen hindurchfloß. Ihm wurde plötzlich klar, daß er sich zum ersten Mal in seinem Leben selber in der Lage befand, Opfer eines Streiches geworden zu sein. Er schüttelte sich das Wasser aus den Haaren und watete ans Ufer. Nachdenklich beobachtete er dabei die anderen Wichtel, die sich langsam wieder beruhigten. |